· 

Schlittenhunde und deren Sport - ein viel diskutiertes Thema

Ich bin heute durch Zufall auf einen Artikel gestoßen, wo erneut darauf hingewiesen wird, dass Schlittenhundesport (bzw. Schlittenhunderennen) verboten werden sollen. Es gab dabei keine genauen Angaben - es wurde jedoch der gesamte Sport und die Musher-Szene schlecht gemacht. Man sprach davon, dass den Hunden kalt sei und sie zum Rennen gezwungen werden würden. Das Leben eines Schlittenhundes sei würdelos, voller Angst und die Hunde seien allesamt extrem unterernährt. Leider gab es nur ein paar kurze Videos vom Start eines Rennens - für mich ein ganz typischer Ablauf. Natürlich gibt es sie, diese Tier-Messis, die weit über 60 Hunde rein an Ketten halten, als Hütte dient ein altes Plastikfass. Nicht selten werden solche "Farmen" aufgelöst (Gottseidank!) - aber davon spreche ich hier nicht. Auch hier hab ich schon des Öfteren gehört, ob meinen Hunden denn nicht kalt sei und wie ich denn die Hunde dazu kriege, zu ziehen und zu laufen. Und das über nicht unbeachtlich weite Distanzen. 

Punkt Nummer 1: NEIN diesen Hunden ist nicht kalt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ihr Fell und ihr ganzer Körperbau bzw. Stoffwechsel sind dazu ausgelegt, bei tiefen Temperaturen nicht zu frieren und zu arbeiten. Hier sind meine Hunde doch hauptsächlich Haushunde. Natürlich ist deren Fell nicht so dicht und dick, wie jenes von Hunden ganz oben im Norden, aber dennoch: auch bei unter -10°C friert hier keiner. Außer Mama Cristal, die nach dem Wurf ihre gesamte Unterwolle geschmissen hat. Daher hat sie auch ein Mäntelchen bekommen. Das machen übrigens auch alle verantwortungsvollen Musher, wenn sie lange Zeit mit ihren Hunden draußen verbringen und in der Wildnis nächtigen. Außerdem schützt der Schnee und eventuell ausgelegtes Stroh vor extremer Kälte. 

Punkt Nummer 2: wie schaffst du das, dass deine Hunde vorne weg laufen, nicht auf die Seite gehen oder stehen bleiben oder umdrehen? Nun - ganz einfach. Vorne weg laufen und ziehen liegt ihnen im Blut. 

Ich muss meine Hunde weder zwingen noch irgendwie sonst auffordern, zu laufen. Sie tun es, weil sie dazu seit sehr sehr langer Zeit gezüchtet und selektiert werden. Genau wie Jagdhunden das "jagen" (Nachsuchen, Apportieren, Vorstehen etc.) ins Blut gelegt wurde und Herdenschutzhunden das Bewachen einer Schafherde.

Es liegt jedoch an mir, ihre Motivation immer zu erhalten und ihnen zu zeigen, was ich gerne hätte. Es ist Teamwork, es ist Beziehungsarbeit auf hohem Niveau. Man muss sich sehr auf seine Hunde verlassen können, sowie sich die Hunde auf mich verlassen. Ich muss jeden Schritt meiner Hunde kennen, jedes Ohrenzucken, jeden Blick. Ich trau mich fast zu behaupten, dass viele Musher ihre Hunde besser kennen und besser lesen können als viele andere Hundebesitzer. Laufen und ziehen bekommen die Huskies über die Gene mit. Abbiegen, Stehen bleiben, langsamer oder schneller laufen - dies muss man ihnen als Mensch etwas näher bringen. 

Auf Spaziergängen bzw. Wanderungen werden von Anfang an spielerisch die Signale geübt, die für uns wichtig sind. Gelobt wird sofort per Stimme (oder situations- bzw. trainingsbedingt mit Keksen). Wir trainieren von Anbeginn an rein positiv - loben für jenes Verhalten, was wir möchten und ignorieren des unerwünschten Verhaltens (logischerweise sofern dies möglich ist). Dazu aber ein anderes Mal mehr. 

Wer jemals schon einen Husky versucht hat, mit Druck und Zwang zu erziehen, ihn versucht hat zu "maßregeln" oder mit irgendwelchen furchtbaren anderen Mitteln versucht hat, den Hund zur Kooperation zu zwingen, wird schnell feststellen, dass gerade Hunde des nordischen Typs gänzlich verweigern. Sind sind halt schon sehr klug, die Schlittenhunde. 

Daher rührt ja auch der Mythos, Huskies seien schwer erziehbar, stur und dominant. Ich kann es schon nicht mehr hören. Schluss, Aus, Ende mit dem Schwachsinn!

Meine Hunde arbeiten mit mir und ich mit ihnen. Weil wir eine Familie sind. Weil wir eine gemeinsame Leidenschaft haben: die Natur in ihrer vollen Pracht in allen Lebenslagen zu genießen und den Hunden das zu bieten, was ihrem Ursprung entspricht. 

Noch ein wichtiger Punkt: JA meine Hunde sind sehr schlank. Sie sind Athleten unter den Hunden, Marathonläufer, genetisch bedingt irre gute Futterverwerter mit einem Stoffwechsel, den sich jeder nach einer Pizza wünscht. Das Bild des gesunden Hundes verschiebt sich leider auch immer mehr in Richtung "adipös ist doch süß". Außerdem brauchen Huskies mindestens 3 Jahre, um körperlich und geistig voll ausgewachsen zu sein. Es bringt auch gar nichts, den jungen athletischen Hunden 1kg Fleisch inkl. reines Fett rein zu stopfen. Es wird verwertet und nicht angesetzt. Mehr Fett oder Kohlenhydrate bedeutet einfach: noch mehr Energie. Sie sind schon einzigartige Geschöpfe. 

 

Wir sind für euch da

Wir stehen euch gerne per Mail oder What's App zur Verfügung

 

Mittwoch 10.00-21.00 Uhr

Donnerstag 11.00-20.00 Uhr

Freitag 9.00-21.00 Uhr

Samstag 15.00 - 21.00 Uhr

Sonntag 16.00 - 21.00 Uhr

Kontakte

Für Anfragen nutzt einfach unser Kontaktformular

 

Derzeit nur via Mail erreichbar - wir bitten um Verständnis! 

Quicklinks

Folgt uns auch auf Instagram